Neugestaltung der VITREA Organisation nach Carve-out

Als Fresenius SE im Oktober 2024 ihren strategischen Ausstieg aus dem europäischen Rehabilitations- und Gesundheitsdienstleistungsgeschäft umsetzte, war das der entscheidende Moment. Das Teilgeschäft Rehabilitation war operativ stark, aber durch die Konzernstruktur limitiert. PAI Partners erkannte das Potenzial, eine eigenständige europäische Rehabilitationsplattform mit konkreter Investitionsstrategie aufzubauen. Der Auftrag: durch gezielte Zukäufe – wie jenen der neun Paracelsus-Kliniken – zum führenden Reha-Anbieter Europas werden. 

Ein ambitioniertes Ziel, das den Neuaufbau von Strukturen, Führung und Kultur erforderte, ohne das laufende Kerngeschäft zu beeinträchtigen. Für diesen Weg unter der neuen Marke VITREA holte sich das Unternehmen undconsorten als Beratungspartner an Bord.

Organisationsentwicklung ohne Altlasten – der Carve-out als Gestaltungschance

Ein Carve-out ist zunächst vor allem Komplexität: bestehende Strukturen auflösen, Abhängigkeiten kappen, eigenständige Handlungsfähigkeit herstellen – und das bei laufendem Betrieb. Bei VITREA kam hinzu, dass die alte Konzernstruktur nach Ländern gegliedert war. Dies führte zu einem breiten Angebot aus stationärer Rehabilitation, ambulanter Reha und Pflegeeinrichtungen, das sich allerdings einer gemeinsamen Steuerungslogik entzog: Drei weitgehend eigenständige Länderorganisationen, kaum länderübergreifende Zusammenarbeit, keine gemeinsame Steuerungslogik. Für das neue eigenständige Unternehmen fehlten eindeutige Verantwortlichkeiten zwischen Zentrale und Regionen. Die Frage, wie eine skalierbare Organisation aufgebaut werden kann, die weiteres Wachstum ermöglicht statt behindert, war offen.

Diagnose und Designprinzipien als Fundament

Gemeinsam mit undconsorten stand am Anfang eine belastbare Situationsanalyse: Wo steht die Organisation? Was muss und soll erhalten werden? Was muss sich grundlegend ändern? Auf dieser Grundlage wurden in Executive Workshops Designprinzipien entwickelt. Diese dienten als normative Leitplanken und Entscheidungskompass für alle weiteren organisatorischen Weichenstellungen. Nicht Strukturentscheidungen nach Gefühl oder Hierarchie, sondern prinzipienbasiertes Arbeiten schuf die Basis für eine widerspruchsfreie Organisation.

Architektur: Klinik-Cluster, Regionen, Funktionen

Die neue gemeinsame Organisationsstruktur gruppiert Kliniken dort in Cluster, wo räumliche Nähe, Größe und fachliche Schwerpunkte es sinnvoll machen. Diese Cluster sind wiederum Regionen untergeordnet. Steuerungslogik und Schnittstellen zur Zentrale werden verbindlich definiert. Die Struktur ist dabei bewusst flexibel ausgelegt: Regionen können bei weiterem Wachstum getrennt oder zusammengelegt werden. Skalierbarkeit ist damit in der Architektur verankert. 

Für alle Zentralfunktionen (HR/People & Culture, Finance, IT, Einkauf, Marketing, Legal, Operations) wurden strukturierte Organisationskonzepte entwickelt. Die Leitfrage dabei: Wer entscheidet was – und wo verläuft die Grenze zwischen Zentrale und Region?
Die Antwort folgt einem konsequenten Primat: Die Kliniken und ihre operative Leistung stehen im Mittelpunkt – alle anderen Bereiche verstehen sich als deren Dienstleister.

Führung und Governance neu aufgestellt

Die Vorstandsressorts (CEO, COO, CFO) wurden klar auf Regionen und Funktionen ausgerichtet. Die Governance-Architektur regelt Meeting-Strukturen, Entscheidungswege und Eskalationsmechanismen. Die Führungsarchitektur verankert Rollen, Verantwortlichkeiten und Führungslogiken transparent im Gesamtmodell. Rollenprofile, Anwendungsfälle gestalten Kernaktivitäten und Schnittstellen konkret und operationalisierbar. Ein neu eingerichtetes Projekt Management Office (PMO) sichert Transparenz und Priorisierung zentraler Initiativen und begleitet die Umsetzung fortlaufend.

Partizipation als Erfolgsfaktor

Von Anfang an stand fest: Diese Transformation gelingt nur gemeinsam mit den Führungskräften – nicht für sie. Es war eine der zentralen Erkenntnisse dieses Projekts, dass echte Partizipation auch unter Zeitdruck möglich ist. Gerade in einer Phase hoher Unsicherheit – parallel zur laufenden Akquisition und zur Integration der neun Paracelsus-Kliniken – war die gezielte Einbindung von Schlüsselpersonen erfolgskritisch. Organisationsentwicklung wurde nicht als Vorstandsprojekt, sondern als gemeinsamer Gestaltungsprozess verstanden. Schlüsselpersonen wurden frühzeitig über individuelle 1:1-Kommunikation eingebunden, um ihre Bindung ans Unternehmen zu sichern und Umsetzungsenergie freizusetzen.

Weiterentwicklung nach dem Claim “Stärker als gestern”

Im Ergebnis ist eine leistungsfähige, skalierbare Organisation entstanden mit einheitlicher Steuerungslogik, die zugleich Raum für länderspezifische Anforderungen lässt. Zentralfunktionen wie Finance, Einkauf und HR sind länderübergreifend gebündelt; gleichzeitig erhalten die Regionen weitreichende unternehmerische Freiheiten – denn Innovationen entstehen gleichberechtigt in den Kliniken und in den Leitungsfunktionen.

„Zentral schlank, regional stark." 

Dr. York Dhein, COO VITREA Gruppe

VITREA ist heute nicht nur operativ besser aufgestellt, sondern strukturell bereit für das, was als nächstes kommt. Nicht umgebaut, sondern von Grund auf neu aufgebaut. Eine Transformation, die undconsorten über 1,5 Jahre in unterschiedlicher Intensität begleitet hat – von der ersten Diagnose bis in die operative Umsetzung. Dabei wurde Organisationsentwicklung konsequent als kulturelle Aufgabe verstanden: Der neue Claim „Stärker als gestern" in der neuen Markenwelt von VITREA ist dabei stellvertretend für das Mindset der Mitarbeitenden und steht für eine neue gemeinsame Identität. Dieses Fundament trägt jetzt den Wachstumsanspruch: weitere Zukäufe, stärkere Marktpräsenz, und die Konsolidierung zur führenden Reha-Plattform Europas. 

"undconsorten hat uns im Carve-out und in der Integration geholfen, Organisation und Führung konsequent auf die neuen geschäftlichen Anforderungen auszurichten. Die Kombination aus Klarheit in Strukturen und Unterstützung bei der pragmatischen Umsetzung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für unsere heutige Handlungsfähigkeit."

Klaus Schuster
CEO

Fakten zum Unternehmen

VITREA ist einer der führenden Rehabilitationsanbieter Europas. Das Unternehmen betreibt 80 stationäre und ambulante Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit rund 14.000 Mitarbeitenden und mehr als 200.000 Reha-Patienten pro Jahr steht VITREA für qualitativ hochwertige, evidenzbasierte Rehabilitation. Eigentümer sind PAI Partners und Fresenius SE.

Insight

VITREA NEXT Org Gestaltungsprinzipien

Am Anfang der Transformation standen nicht Organigramme, sondern Prinzipien. Diese sieben Gestaltungsprinzipien bildeten den Entscheidungskompass für den gesamten Organisationsaufbau – von der Steuerungslogik bis zur Governance. Was sie eint: der konsequente Fokus auf das, was VITREA als eigenständiges Unternehmen ausmachen soll.

Perspektive erweitern – Weiterführende Themen 

Erfolgreiche Organisationen zeichnen sich durch eine gemeinsame Ausrichtung, eine wirksame Positionierung, engagierte Mitarbeitende, effiziente Führungskräfte, leistungsstarke Teams, eine konstruktive Kultur und Erfahrung mit Veränderungen aus. Diese Merkmale sind eng miteinander verknüpft und verstärken sich gegenseitig.

Operating Model

Effiziente Arbeitsteilung für nachhaltigen Erfolg - Ein funktionierendes Operating Model sorgt für klare Aufgaben und Rollen sowie effiziente Prozesse, die auf die strategischen Ziele der Organisation ausgerichtet sind. Es bildet die Grundlage für eine leistungsfähige und agile Organisation. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Arbeitsteilung optimal zu gestalten und die Zusammenarbeit und Führung in Ihrer Organisation effizient zu fördern. Unser Ansatz hilft Ihnen, Ihre Struktur schnell an Veränderungen anzupassen und Ihre Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern.

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Unternehmenskultur

Teams und Organisationen mit effektiven Führungskräften stärken. Unser Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass Organisationsstrukturen nur durch die Begeisterung und das Engagement der Mitarbeiter wirklich zum Leben erweckt werden. Es geht darum, formale Ideen in greifbare Realität zu verwandeln - und das kann nur mit jedem Einzelnen im Team gelingen.

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Strategische Ausrichtung

Klare und gemeinsame Ziele sind essenziell für erfolgreiche Organisationen. Sie bieten Orientierung im Markt und für die interne Zusammenarbeit. Die Verbindung von Geschäftsstrategie mit Vision und Purpose ist entscheidend. Je größer die Organisation, desto wichtiger ist eine klare Ausrichtung. Unser Ansatz verankert gemeinsame Ziele in Strukturen und Prozessen, unterstützt durch bewährte Methoden, um eine hohe Veränderungsbereitschaft sicherzustellen.

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Sprechen Sie uns an

Haben Sie Fragen oder sind Sie an einer Zusammenarbeit mit undconsorten interessiert? Gemeinsam können wir besprechen, wie wir Ihre Organisation mit einem ganzheitlichen Ansatz und funktionaler Expertise mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Umsetzung und Effizienz erfolgreicher machen können.

Unsere Expert:innen freuen sich darauf, von Ihnen zu hören! 


 

Lea Solfronk
Lea Solfronk
Senior Associate
Dr. Lena von Negenborn
Dr. Lena von Negenborn
Project Manager
Stefan Ulrich
Stefan Ulrich
Principal

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