Apéro in Wien

HR-Trends zwischen Anspruch und Realität

Was wirklich Priorität haben sollte – und was nicht 

Am 6. Mai 2026 kamen HR-Entscheider:innen aus dem DACH-Raum in Wien zusammen – auf Einladung von undconsorten, dem BPM und der ASFINAG. Der Abend stellte eine Frage in den Mittelpunkt, die in der täglichen HR-Führung oft zu kurz kommt: Welche Trends rechtfertigen wirklich strategische Priorität – und welche binden Ressourcen ohne nachhaltige Wirkung?

Das Format bot bewusst keinen weiteren Trendradar. Stattdessen: eine empirisch fundierte Analyse, ein offenes Podiumsgespräch mit erfahrenen HR-Leader:innen und konkreter Austausch beim Apéro.

Was wir gemeinsam beleuchtet haben:

  • Eine Meta-Analyse zentraler HR-Trends führender Studien und deren Entwicklung über die letzten Jahre
  • Eine Spiegelung dieser Trends an den realen HR-Prioritäten von Unternehmen im DACH-Raum – basierend auf einer Stichprobe von undconsorten Klienten
  • Konkrete Implikationen für die eigene HR-Priorisierung
  • Ausgewählte Best Practices: unter welchen Bedingungen HR-Trends wirksam und nachhaltig implementiert werden

Zentrale Erkenntnisse aus dem Podiumsgespräch:

  • HR-Führung ist Ressourcenpolitik. Der Gestaltungsspielraum von HR entsteht im Dialog mit der Geschäftsführung – nicht trotz ihr. "You get what you pay for" gilt in beide Richtungen: Wer strategische Relevanz einfordert, muss sie auch sichtbar machen.
  • Priorisierung bedeutet Weglassen. Forced Ranking zwingt zur Ehrlichkeit: Nicht nur neue Themen aufnehmen, sondern bestehende Projekte und Serviceangebote, die niemand mehr braucht, konsequent beenden.
  • Manche Themen kommen nicht vom Business – und müssen trotzdem gesetzt werden. Strategische Nachfolgeplanung und Diversity werden selten aktiv nachgefragt. HR muss sie bewusst platzieren und mit Durchhaltevermögen vertreten – auch wenn sie zeitweise aus dem Trendfokus fallen.
  • HR muss Übersetzungsarbeit leisten. Das Business formuliert Geschäftsprobleme, keine HR-Produktanfragen. Die Fähigkeit, zwischen beiden Ebenen zu übersetzen, ist Kernkompetenz moderner HR-Leadership.
  • People Analytics und Kundennähe bleiben strukturell unterschätzt. Beide haben nachgewiesene strategische Hebelwirkung – und werden in vielen Organisationen dennoch vernachlässigt.
  • KI ist eine Chance für HR – wenn sie richtig genutzt wird. Effizienzgewinne in HR-Operations schaffen Kapazität für strategische Arbeit. Das setzt ein gezieltes Skill Upgrade in HR voraus – und den Mut, KI nicht nur als Automatisierungswerkzeug zu begreifen.

Gemeinsam diskutiert wurde nicht „was möglich wäre", sondern was unter realen organisationalen Bedingungen tragfähig ist.

Das Panel vor Ort

Dr. Sabine Bothe
Group Head of People & Culture, Erste Group Bank AG
Dr. Gerhard Kreuch
Chief People & Culture Officer, VITREA
Dr. Barbara Winkler-Penz
Head of Group HR, ASFINAG
Julia Höfer
Head of People & Culture, Kommunalkredit Austria AG
Dr. Axel Hüttmann
Partner

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Moderation

Katja Mlecka
BPM/ASFINAG
Stefan Ulrich
Principal

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