How-To Guide: Echte High-Performing Teams

Teams sind heute besser erforscht als jemals zuvor. Von der optimalen Anzahl von Teammitgliedern bis zu den wichtigsten Kriterien für effektive Teams – eigentlich wissen wir, was man für ein funktionierendes Team braucht. Teams sind aus unzähligen Gründen besser als Individuen und entsprechend der Grundstein von wirklich jeder Organisation.

Obwohl das alles bekannt ist, erleben wir immer wieder dysfunktionale Teams. Statt Vertrauen herrscht in diesen Gruppen Konkurrenzkampf, fehlendes Alignment bis hin zu echtem Misstrauen. Besonders ausgeprägt und schwerwiegend sind solche Konstellationen natürlich in Führungsteams von Organisationen. Meistens liegt das an drei wesentlichen Gründen:

  • Für ein echtes Team-Alignment fehlt im hektischen Alltag schlicht die Zeit.
  • Es fehlt das Verständnis, wie man aus Individuen ein „high-performing“ Team formt.
  • Alle Teammitglieder gehen davon aus, Professionals zu sein und zu wissen, wie gute Zusammenarbeit läuft.

Aus unserer Sicht ist völlig klar: Die Zeit für den Aufbau eines high-performing Teams sollte man sich nehmen. Dabei können Unternehmen aber aus Bereichen lernen, für die ein gut funktionierendes und abgestimmtes Team überlebenswichtig ist: Professionelle Bergsteiger würden ohne ein genaues Briefing und eine Abstimmung im Team niemals einen anspruchsvollen Gipfel angehen. Anspruchsvolle Unterfangen brauchen eben systematische Vorbereitung – egal ob am Berg oder im Unternehmen. Um den nächsten Gipfelsturm zu ermöglichen, sollten sich Teams also die folgenden 5 Fragen systematisch stellen. Der Erfolg ihrer Arbeit könnte davon abhängen:

  1. Was für ein Team bzw. Wandergruppe sind wir („who“)?
    Wie ist es mit unserer Fitness, Erfahrung und Wanderlust bestellt? In high-performing Teams kennen die Mitglieder die unterschiedlichen Werte, Präferenzen und Verhaltensmuster der anderen. Der Bergführer wiederum lebt ein Growth Mindset vor, entwickelt so das Team und dient als Role-Model.
  2. Auf welchen Gipfel wollen wir genau?
    Inhaltlich sind Fragen wie Strategie, Organisation und Kultur zu klären. Vor allem geht es aber um das eigene Anspruchsniveau, die Höhe, Schwierigkeit und Bedeutung des Bergs. Himalaya oder Alpen, Jochberg oder Eiger Nordwand (also „what“ und „why“).
  3. Welche Wanderbedingungen erwarten uns?
    Jedes Team befindet sich in einem spezifischen systemischen Kontext, der den Rahmen für die Wanderung bildet („wherein“). Gute Teams passen ihre Ausrüstung, Unterstützung und Begleitung bestmöglich an die Bedingungen an. High-performing Teams machen dies zudem mit dem bekannten „Blick nach vorne“.
  4. Welche Route wollen wir nehmen („how“)?
    Was ist angesichts der Umgebung und Wettervorhersage der beste Weg zum Ziel? Welche Etappen und Meilensteine liegen noch vor uns? Was ist unsere Alternativroute, falls sich auf dem Weg die Dinge anders entwickeln? Gute Teams haben einen gemeinsamen, klaren und dynamischen Fahrplan.
  5. Was ist unser Modus Operandi („how“)?
    Was sind unsere Werte, Regeln und Routinen? Wann und wie geben wir uns Feedback? Wie treffen wir Entscheidungen? Welches Training brauchen wir? Erfolgreiche Teams entwickeln einen Modus der Zusammenarbeit, welcher es ermöglicht, die individuellen Fähigkeiten und Beiträge bestmöglich zu synchronisieren und gleichzeitig die persönliche Entwicklung der Mitglieder zu fördern.

Ein systematischer Ansatz zur Verbesserung von Team-Leistungen bedeutet, diese Fragen und Antworten der Team-Mitglieder ernst zu nehmen. Regelmäßige Reflektion im Team, z.B. integriert in bestehende Routinen, stellt sicher, dass auch neue Aufgaben systematisch angegangen werden.

Wir hoffen, dass Sie mit unserer Wanderkarte neue Wege finden und ungeahnte Gipfel erreichen können. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen: Berg Heil! Berg frei!

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Jens Müller-Oerlinghausen
Jens Müller-Oerlinghausen
Partner, Leitung Leadership Practice

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