undconsorten LLP

"Wir werden internationaler"

undconsorten hat in Basel die erste Niederlassung außerhalb Deutschlands eröffnet. Bürochef und Associate Partner Christoph Thoma über 'Swissness', Unternehmenskultur im Wettbewerb und die Standortvorteile der Randlage.

Welche Ziele verfolgt undconsorten mit der Eröffnung des Schweizer Büros?

Wir fangen jetzt an, das Geschäft in der Schweiz systematisch zu entwickeln, sind in intensiven Gesprächen mit verschiedenen Firmen, haben erste Workshops mit Klienten organisiert und sind 2018 mit Themen wie Leadership und Performance Management bereits mit RoundTables in der Schweiz. Die Resonanz ist sehr positiv. Unsere Zielgruppe gleicht der von undconsorten in Deutschland: Internationale Konzerne, die ihre Holdings hier haben, sowie große Schweizer Familienunternehmen.

Wie schwer ist es für einen „Hidden Champion“ aus Deutschland, in der Schweiz auf sich aufmerksam zu machen?

Mit unseren Themen sind wir im Wettbewerb auf dem Schweizer Markt sehr gut aufgestellt. Und die Community, die sich mit unseren Themen befasst, ist in der Schweiz eng vernetzt. Da ich gut 20 Jahre als Berater und in verschiedenen Funktionen in Schweizer Unternehmen gearbeitet habe, konnte ich zu vielen der Verantwortlichen in den Konzernen persönliche Kontakte aufbauen, die uns jetzt Türen öffnen.

Warum ist es wichtig, ein Büro in der Schweiz zu haben, um sich diesen Markt als Beratungsunternehmen zu erschließen?

In der Schweiz haben wir einen gewissen Anspruch an „Swissness“: Schweizer Unternehmen möchten von Schweizer Beratern in hoher Qualität unterstützt werden. Der Schweizer People Management Ansatz unterscheidet sich in vielen Themen - etwa im Performance Management - von dem in Deutschland gebräuchlichen. Diese Unterschiede sollte ein guter Berater kennen. Da die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, besteht für deutsche Unternehmen außerdem keine Dienstleistungsfreiheit. Und natürlich sind die kurzen Wege zum Klienten ein Standortvorteil.

Warum hat sich undconsorten für Basel entschieden – statt etwa für Zürich?

Tatsächlich haben viele internationale Beratungsfirmen ihre Büros in Zürich. Basel scheint da eher ein Mauerblümchendasein zu fristen. Dabei gibt es hier viele große Unternehmen, insbesondere weltweit führende Pharmakonzerne und die Zentralen großer Versicherungen und Banken. Deshalb haben wir uns ganz bewusst entschieden, hierher zu kommen.

Haben Sie sich in Basel schon gut eingerichtet?

Wir haben ein Büro in der Sevogelstraße in St. Alban bezogen. St. Alban liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des historischen Stadtkerns, dennoch gibt es hier viel Grün. In unserer Nachbarschaft sitzen Vermögensverwaltungen und Privatbanken, nicht weit von uns sind die Headquarter zweier Versicherer und großer regionaler Banken. Aus unserem Büro schauen wir direkt auf die Konzernzentrale von Roche.

Mit wie vielen Beratern wird undconsorten in Basel vertreten sein?

Ich starte als Einzelkämpfer, an ersten Projekten arbeiten wir zusammen mit Beratern aus Deutschland. Mit dem Wachstum des Geschäfts werden wir Berater in der Schweiz einstellen. Unser Ziel ist es, binnen zwei Jahren mit zehn Beraterinnen und Beratern in Basel vertreten zu sein. Die müssen nicht alle Schweizer sein – aber ein substanzieller Anteil sollte aus der Schweiz kommen und die hiesige Kultur kennen.

Was bringt undconsorten mit in die Schweiz?

Christoph Thoma
Partner der undconsorten Unternehmensberatung International GmbH und Bürochef des Baseler Standorts

Wir wollen die Unternehmenskultur, die undconsorten im Verlauf der vergangenen Jahre geprägt hat, auch im Schweizer Büro etablieren – da waren die drei Partner Jens Müller-Oerlinghausen, Axel Sauder, Axel Hüttmann und ich uns sofort einig. Denn damit heben wir uns von anderen Beratungsfirmen deutlich ab.

Unsere Kultur ist bestimmt von dem sehr wertschätzenden Umgang mit unseren Mitarbeitern und unseren Klienten, die sehr gerne mit undconsorten arbeiten, weil sie unseren Spirit spüren und davon profitieren. Außerdem bringen wir unseren integrierten Beratungsansatz zur Organizational Performance mit, der in der Schweiz noch weitgehend unbekannt ist.

Mit unserer Erfahrung bei der Verzahnung von Strategie, Organisation und Personalführung sowie den erprobten Methoden und Werkzeugen die wir einsetzen, haben wir einen Wettbewerbsvorteil.

Und was kann undconsorten von der Schweiz und dem neuen Baseler Büro lernen?

Wir werden damit insgesamt internationaler und gewinnen „Swissness“: Das zeigt sich schon bei den ersten Projekten, an denen wir hier gearbeitet haben: Da ging es etwa darum, den Zusammenschluss einer belgischen mit einer peruanischen Firma zu begleiten. Von Basel aus wollen wir die Expansion von undconsorten in der Schweiz aber auch generell außerhalb Deutschlands vorantreiben.

Warum ist Basel als Sprungbrett für das internationale Geschäft besonders geeignet?

Basel ist eine Stadt in Randlage. Von hier aus kommt man binnen fünf Minuten nach Frankreich oder Deutschland. In der Stadt lebt eine große internationale Community, die sich aus den Mitarbeitern der hier ansässigen und global operierenden Konzerne wie Roche, Syngenta und Novartis oder der Bank für internationalen Zahlungsausgleich zusammensetzt. Das hat Basel geprägt – und das wird auch unsere Arbeit von Basel aus prägen: Man hat hier immer eine internationale Orientierung.